Demografische Entwicklung und interkommunale Zusammenarbeit
Die Bevölkerung in Bestwig schrumpft. Hatte Bestwig Anfang 2002 noch 12.567 Einwohner, waren es Anfang 2025 nur noch 10.916. Wir werden also weniger. Und wir werden älter. Wir werden langfristig weniger Kita- und Grundschulplätze benötigen, dafür mehr medizinische Betreuung und Pflegeformen. Barrierefreie Zugänge werden zunehmend wichtiger. Im Arbeitsmarkt ist schon heute ein spürbarer Wettbewerb um Arbeitskräfte, besonders um qualifizierte Arbeitskräfte, entbrannt. Vor diesem Hintergrund sollte die Zuwanderung geflüchteter Menschen nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Chance begriffen werden.
Das Bleiben, der Zuzug und die Rückkehr junger Familien mit Kindern sind wichtige Faktoren, um dem demografischen Trend entgegenzuwirken. Kinder- und Familienfreundlichkeit sind längst ein wichtiger Standortfaktor im Wettbewerb um Einwohner geworden, unabhängig davon, wie sich kinder- und familienfreundliche Angebote letztlich ausgestalten. Auch deshalb ist die Stärkung ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendpflege aktiver Vereine wichtig.
Realistisch betrachtet ist in Bestwig der demografische Trend in absehbarer Zeit wohl weder umkehrbar noch aufzuhalten. Bestwigs Option muss es daher sein, klug und mehrgleisig auf diesen zu reagieren und das strategische kommunale Handeln auf die weniger, älter und auch immobiler werdende Bevölkerung auszurichten. Neben der Steigerung der Kinder- und Familienfreundlichkeit müssen zugleich auch Angebote für Ältere, Hochaltrige und behinderte Menschen erweitert, geschaffen und gesichert werden, also bspw. altersgerechte und barrierefreie Wohnformen, Sport-, Reha- und Freizeitangebote für Senioren, bedarfsgerechte Pflegeangebote sowie eine ortsnahe medizinische Versorgung. Das hierzu nötige proaktive Handeln setzt ein gemeinschaftliches Bewusstsein aller haupt- und ehrenamtlich Tätigen um die demografische Entwicklung voraus. Allen muss klar sein, dass sich diese auf nahezu alle Bereiche und Prozesse unserer Gemeinde massiv auswirkt.
Interkommunale Zusammenarbeit und kommunale Kooperationen können bei der Ausgestaltung von Aufgabenwahrnehmungen durch unsere Gemeinde helfen. Die nachfolgenden Beispiele bereits erfolgreich umgesetzter Kooperationen zeigen, wie gut Leistungen und Standards, trotz rückläufiger Einwohnerzahlen, erhalten oder sogar verbessert werden können: Hochsauerlandwasser, HochsauerlandEnergie, interkommunale Pressestelle, Hochsauerland Netze, Touristische Arbeitsgemeinschaft „Rund um den Hennesee“, Wirtschaftsförderungsgesellschaft HSK, LEADER-Region 4 mitten im Sauerland etc.
Meine Position
Als Bürgermeister werde ich alles dafür tun, dass Bestwig weiterhin attraktiv für „Jung und Alt“ bleibt.
Kinder- und familienfreundliche Angebote betrachte ich als Standortsicherung. Kommunales Handeln und Investitionen sind demografisch zu reflektieren. Wir sollten das bald wieder in Teilen leerstehende Schulzentrum in Bestwig als Chance sehen, dort weitere therapeutische und ggf. neue medizinische Angebote anzusiedeln. Die Idee zur Initiierung eines „Gesundheits-Campus“ findet meine uneingeschränkte Unterstützung. Auch werde ich mich als Bürgermeister für die weitere Intensivierung interkommunaler Zusammenarbeit mit unseren Nachbarkommunen einsetzen. Kooperationen generieren Kostenvorteile, die uns helfen, Lebensqualität und Standards in Bestwig aufrecht zu erhalten oder zu verbessern. Ich bin überzeugt davon, dass dies gelingen kann.