Klima-, Umwelt- und Naturschutz, Energie- und Wärmewende

Der Klimaschutz sollte für uns alle von herausragender Bedeutung sein. Wenn wir den uns nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt überlassen wollen, dann muss der Weg, Treibhausgasemissionen zu reduzieren, um damit die Erderwärmung zu begrenzen, beharrlich weiterverfolgt werden. Den Klimawandel zu leugnen ist realitätsfern. Es wird weder unserer Generationenverantwortung noch unserer Verantwortung für die vom Klimawandel schon heute betroffenen Menschen und Gegenden gerecht, sich für kurzfristigen nationalen Aufschwung von den nachhaltigen Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens zu lösen. 

Ähnliches gilt für den Naturschutz. Besondere Ökosysteme, markante Landschaften und die bestehende Artenvielfalt sind in besonderem Maße schützenswert und müssen erhalten bleiben - auch im Sauerland. Das muss für uns alle ein verpflichtendes Selbstverständnis sein. Genauso wichtig für die Akzeptanz des Naturschutzes ist es aber auch, dass dieser nicht aus fadenscheinigen Gründen zur Verhinderung wichtiger Infrastrukturprojekte vereinnahmt und missbräuchlich instrumentalisiert wird.

Die Energie- und Wärmewende ist ein Generationenprojekt. Natürlich ist die Ablösung fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Energien zur Erreichung der Klimaziele nötig. Der Weg ist der richtige und sollte verlässlich weitergeführt werden. Die Energie- und Wärmewende darf dabei nicht in Legislaturperioden oder Konjunkturzyklen gedacht werden. Auch darf sie nicht primär über Gebote und Verbote gesteuert werden, das sorgt für Unverständnis. Es ist wichtig, die Menschen „mitzunehmen“ und die Energie- und Wärmewende möglichst frei von Ideologie auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und physikalischer Gegebenheiten anzugehen. Für ihre gesellschaftliche Akzeptanz sind Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit ebenfalls wichtige Argumente. 

Unter diesen Voraussetzungen wird auch die vorhandene Akzeptanz für den Zubau von Windenergieanlagen und großen Photovoltaikanlagen auf den Feld-, Wald- und Wiesenflächen des Sauerlandes bestehen bleiben, vorausgesetzt, der Zubau erfolgt „maßvoll“ in den Grenzen der von den Kommunen vorab selbst definierten Vorrangzonen der Regionalplanung oder einer eigenen Positivplanung.

Mir ist aufgrund langjähriger Erfahrung in der Versorgungswirtschaft bewusst, dass es beim Versuch, Klima-, Umwelt- und Naturschutz sowie eine sichere und bezahlbare Energieversorgung „unter einen Hut“ zu bringen, immer wieder Zielkonflikte und Spannungsfelder bspw. in folgenden Bereichen geben wird: Ausweisung von Vorrangzonen für Erneuerbare-Energien-Anlagen, Investitionen in die Energieeffizienz kommunaler Gebäude, Renaturierungsmaßnahmen, Beteiligungen an regenerativen Investitionsprojekten, Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, die für Bestwig bis zum 30.06.2028 verpflichtend umzusetzende kommunale Wärmeplanung etc.

Meine Position

Als Bürgermeister werde ich meine Erfahrung in der Versorgungswirtschaft einbringen und sorgfältig jede einzelne Entscheidung hinsichtlich ihrer Zielkonflikte abwägen, damit abschließend eine sachgerechte und ausgewogene Entscheidung getroffen werden kann. 

Es ist für unsere Gemeinde wichtig, dass langfristig wirkende Planungen, wie z. B. die Vorrangzonenplanung oder die kommunale Wärmeplanung, mit Sachverstand und Augenmaß erfolgen.